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Westfalenhalle wird Kultstätte: Der Tempel des deutschen Handballs erhält den Ritterschlag

Es gibt Orte, die Geschichte geschrieben haben: antike Tempel, verstaubte Schlachtfelder, ehrwürdige Theater. Und dann gibt es die Dortmunder Westfalenhalle – eine gigantische Mehrzweckschüssel aus Beton und Charisma, die seit Jahrzehnten als heimliche Kathedrale des deutschen Handballsports gilt.

Und jetzt ist es offiziell: Die Halle wurde zur „Kultstätte des Handballs“ erhoben.

Kultstätte! Das ist ungefähr der Ritterschlag des Sports – nur mit mehr Schweiß, Trommeln und nervösen Bundestrainern.

Der Tempel des deutschen Handballs erhält den Ritterschlag

Die Westfalenhalle gehört zu den größten überdachten Arenen Deutschlands. Übersetzt bedeutet das: eine Halle so groß, dass man auf der anderen Seite des Saals theoretisch einen eigenen Wetterbericht bräuchte. Seit Menschengedenken (mindestens aber seit den 80ern) ist sie Heimat, Wohnzimmer und gelegentlich auch Selbstfindungsraum für Handballnationalmannschaften. Für den Deutschen Handballbund ist sie sogar die traditionsreichste Spielstätte überhaupt – also nicht nur wichtig, sondern wichtig-wichtig. Mit Ausrufezeichen. Und Konfetti.

Denn was hat diese Halle nicht schon alles gesehen?
Länderspiele, die spannender waren als jede Steuererklärung. Nachwuchsteams, die energischer aufs Parkett stürmten als Studierende auf den Mensa-Kartoffel-Tag. Fan-Gesänge, die so laut waren, dass selbst Tauben draußen irritiert verstummten. Besonders die Frauen- und Männer-Nationalmannschaften haben hier epische Momente fabriziert – mal in jubelnder Euphorie, mal im dramatischen Herzschlagfinale, bei dem selbst die Werbebande nervös wurde.

Und weil das alles nicht genug ist, haben natürlich auch die Nachwuchsteams der weiblichen und männlichen DHB-Auswahlen hier Geschichte geschrieben. Es gibt kaum ein Handballtalent in Deutschland, das nicht irgendwann einmal in dieser Halle gestanden und gedacht hat:
„Wow. Riesig. Hoffentlich stolpere ich nicht beim Einlaufen.“

Nach einer besonders starken Weltmeisterschaft – mit Rekordstimmung, Hallenzauber und vermutlich auch rekordverdächtigem Harzverbrauch – hat der DHB nun entschieden, diesen Mythos offiziell zu vergolden. Und wie tut man das im Handball?
Richtig: Man verleiht den „Historischen Handball des DHB“.
Eine Auszeichnung, die irgendwo zwischen Pokal, Denkmal und spirituellem Weihegegenstand rangiert. Die Westfalenhalle hat ihn sich verdient – nicht zuletzt, weil sie schon so viele emotionale Handballgewitter ausgehalten hat, dass sie eigentlich ein eigenes Fantrikot tragen dürfte.

Die Ehrung macht die Westfalenhalle nicht einfach zu einer Sportstätte – sie wird zum Pilgerort des Handballs. Ein Ort, an dem Fans künftig ehrfürchtig stehen, den Hallenboden streicheln und flüstern: „Hier hat mal jemand aus neun Metern getroffen.“ Man könnte den Haupteingang nun auch offiziell „Tor des Handballgottes“ nennen, aber das wäre wahrscheinlich zu bescheiden.

Die Halle ist nun also offiziell Kult.
Und das nach Jahrzehnten, in denen sie unerschütterlich zu jedem Heimspiel parat stand, egal ob WM, EM, Testspiel, Jugendturnier oder Handball-Event, bei dem sogar die Maskottchen schwitzten. Ihre Akustik ist legendär, ihre Atmosphäre familiär und ihre Snackpreise… na ja, sagen wir: sportlich.

Mit der Auszeichnung setzt der DHB ein Zeichen: Tradition zählt. Emotionen zählen. Orte, an denen Menschen die Grenzen der menschlichen Armmuskulatur austesten, zählen. Die Westfalenhalle bleibt damit nicht nur ein Ort des Sports – sie ist ein lebendiges Archiv der Handballgeschichte.
Oder anders gesagt:
Ein Tempel, in dem die Götter des Harzes residieren.

Also: Halle frei, Harz bereit, Geschichte auf Anfang.
Die Westfalenhalle wird weiter beben – und jetzt mit offiziellem Kultstatus im Gepäck.